Endenergieproduktivität
Normiert auf 1991 = 100
Stand: 16.03.2026
Der Trend über die letzten 10 Jahre ist steigend.
Die Endenergieproduktivität ist ein Maß für den effizienten Umgang mit Energieressourcen: Steigt der Indikatorwert, wird pro eingesetzter Endenergiemenge ein höheres Bruttoinlandsprodukt erwirtschaftet. Mit einem Indexwert von 174,2 (1991=100) erreichte im Jahr 2023 die Endenergieproduktivität in Nordrhein-Westfalen den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnung. Das Ziel auf Bundesebene ist die Verdoppelung der Endenergieproduktivität von 1990 bis 2020. Auf Landesebene soll bis 2030 eine kontinuierliche Erhöhung der Endenergieproduktivität gegenüber 2024 erreicht werden. Der Trend der Endenergieproduktivität ist über die letzten 10 Jahre steigend.
Hintergrund und Bedeutung
Für eine funktionierende Volkswirtschaft ist die verlässliche Verfügbarkeit von Energie ein essenzieller Baustein. In allen Sektoren, von der Produktion über den Transport, für Dienstleistungen und in Privathaushalten, sind entscheidende Prozesse von ihr abhängig. Dabei bleiben die Bereitstellung und der Einsatz von Energie für die Umwelt nicht folgenlos: Vielfach entstehen schädliche Emissionen, die den Treibhauseffekt befeuern. Eine Steigerung der Endenergieproduktivität ist daher wichtig, um Umweltziele zu erreichen.
Hintergrund / Bedeutung - Endenergieproduktivität
Durch den Fokus auf die Endenergie, wirken sich Umwandlungsverluste der Primärenergie und die Effizienz verschiedener Kraftwerkstypen nicht auf den Indikatorverlauf aus. Stattdessen spiegelt die Entwicklung die Effizienz des Energieeinsatzes speziell in der industriellen Produktion, im Dienstleistungssektor und in den privaten Haushalten wider. Für diese Bereiche dokumentiert der Indikator die Kopplung oder Entkopplung von Wertschöpfung und Energieverbrauch. Nordrhein-Westfalen unterstützt Unternehmen und Kommunen bei der Umsetzung von Maßnahmen zur Energieeinsparung und Effizienzsteigerung. Beratungs- und Weiterbildungsangebote, aktive Forschung und technische Innovationen sowie die Unterstützung im Management sollen auf eine Steigerung der Endenergieproduktivität hinwirken. So bildet der Indikator nicht nur das Wechselspiel aus Wertschöpfung und Endenergieverbrauch, sondern indirekt auch die Sensibilisierung, Motivation und den Einsatz für den Umweltschutz im Energiebereich ab.
Ziele
Ziele - Endenergieproduktivität
Landesziel (Nachhaltigkeitsstrategie NRW 2026):
- Bis 2030 kontinuierliche Erhöhung der Endenergieproduktivität, ggü. 2024
Bundesziel:
- Steigerung um 2,1 % pro Jahr im Zeitraum von 2008 – 2050 (Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie)
Entwicklung und Interpretation
Entwicklung und Interpretation - Endenergieproduktivität
Der Trend der Endenergieproduktivität in NRW ist über die letzten 10 Jahre positiv steigend. Im Vergleich zum Basisjahr 1991 lag der Indexwert im Jahr 2023 mit 174,2 um 74 % höher. Die Steigerung verlief in NRW auf einem ähnlichen Niveau wie auf Bundesebene. Hier beträgt 2023 der Index 169,4 (vorläufiger Wert nach AGEB, Auswertetabellen Stand Januar 2026).
Der Index ist besonders abhängig von der Bruttowertschöpfung in den energieintensiven Wirtschaftszweigen. In NRW dominieren die energieintensiven Wirtschaftszweige „Herstellung von chemischen Erzeugnissen“ und die „Metallerzeugung und -bearbeitung“. Eine ungünstige Entwicklung der Produktion wirkt sich hier nur scheinbar positiv auf die Endenergieproduktivität aus.Methodik und Definition
Methodik und Definition - Endenergieproduktivität
Die Endenergieproduktivität einer Volkswirtschaft wird berechnet als Quotient aus ihrem Bruttoinlandsprodukt und dem Endenergieverbrauch. Eine steigende Endenergieproduktivität ist damit gleichbedeutend mit einem effizienteren Einsatz von Energie. Das Bruttoinlandsprodukt für NRW wird nach dem Europäischen System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen vom Arbeitskreis „Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder“ (AK VGRdL) ermittelt. Der Endenergieverbrauch wird auf Basis der Energiebilanz in NRW im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Industrie, Klimaschutz und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen jährlich vom Landesbetrieb Informatik und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) berechnet. Zur besseren Vergleichbarkeit erfolgt die Darstellung als Index bezogen auf das Basisjahr 1991.
Datenquellen
Datenquellen, Berechnung und Einheit - Endenergieproduktivität
- Berechnung des Bruttoinlandsprodukts, AK VGRdL
- Energiebilanz NRW, IT.NRW
Berichtspflichten / Rechtsgrundlagen
Stärken des Indikators
Schwächen des Indikators
Mögliche Weiterentwicklung
Klima, Energie, Effizienz
Datentabelle - Endenergieproduktivität
| 1991 | 1992 | 1993 | 1994 | 1995 | 1996 | 1997 | 1998 | 1999 | 2000 | 2001 | 2002 | 2003 | 2004 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | |
| Energieproduktivität | 100,0 | 101,2 | 100,2 | 103,3 | 101,4 | 98,3 | 100,9 | 104,7 | 109,5 | 112,4 | 113,7 | 117,4 | 118,7 | 118,4 | 120,6 | 120,2 | 126,8 | 121,2 | 129,5 | 124,0 | 135,3 | 136,4 | 135,7 | 142,4 | 144,8 | 143,9 | 150,9 | 146,2 | 146,0 | 145,9 | 146,4 | 166,1 | 174,2 |





