Laub-/Nadelbaumanteil

Einheit: Anteil in Prozent
Stand: 20.01.2021

Ziel dieser waldbaulichen Maßnahmen ist die weitere Schaffung standortgerechter Mischbestände aus überwiegend heimischen Baumarten, um die Stabilität und die Anpassungsfähigkeit der heimischen Wälder auch gegenüber Klimaveränderungen weiter zu erhöhen.

Seit den vier Erhebungen der Bundes-/ Landeswaldinventuren (1987, 2002 und 2014) sowie der verdichteten Kohlenstoffinventur (2017) hat sich in 30 Jahren der Laubbaumanteil an der Gesamtwaldfläche von 48 auf 59% erhöht. Der Nadelbaumanteil ist dagegen von 52 auf 41% gesunken. Dies ist neben erheblichen Sturm- und Dürreereignissen vor allem auch einem aktiven Waldumbau hin zu standortgerechteren und strukturreicheren Mischbeständen hin geschuldet.

  • Hintergrund / Bedeutung

    Hintergrund / Bedeutung

    Ursprünglich war Nordrhein-Westfalen fast vollständig mit Laubwäldern bedeckt. Durch Waldrodung und Übernutzung der verbleibenden Flächen wurde das Land aber zum Ende des 18. Jahrhunderts bis auf wenige Reste waldarm. Im 19. Jahrhundert begann eine planmäßige Wiederaufforstung, im Wesentlichen mit leicht vermehrbaren und auf der Freifläche verwendbaren Fichten und Kiefern, die auch heute noch vielerorts das Waldbild prägen.

    Heutzutage bedecken Wälder mit etwa 935.000 Hektar mehr als ein Viertel der Landesfläche in NRW. Jeder Einwohnerin und jedem Einwohner Nordrhein-Westfalens stehen somit etwa 532 Quadratmeter Wald zur Verfügung. Bundesweit liegt dieser Wert mit ungefähr 1.400 Quadratmetern knapp dreimal höher. Somit ist Wald im bevölkerungsreichsten Bundesland Deutschlands ein knappes Gut, das zahlreichen Ansprüchen Rechnung tragen muss.

    Entsprechend dem forstlichen Leitbild vielfältiger laubholzreicher Mischwälder sowie dem naturschutzfachlichen Ziel zur Schaffung strukturreicher Wald-Lebensraumtypen werden die Wälder seit mehr als zwanzig Jahren umgebaut.

  • Ziele

    Ziele

    Ziel dieser waldbaulichen Maßnahmen ist die weitere Schaffung standortgerechter Mischbestände aus überwiegend heimischen Baumarten, um die Stabilität und die Anpassungsfähigkeit der heimischen Wälder auch gegenüber Klimaveränderungen weiter zu erhöhen.

  • Trendanalyse

    Trend (lang)

    Seit den vier Erhebungen der Bundes-/ Landeswaldinventuren (1987, 2002 und 2014) sowie der verdichteten Kohlenstoffinventur (2017) hat sich in 30 Jahren der Laubbaumanteil an der Gesamtwaldfläche von 48 auf 59% erhöht. Der Nadelbaumanteil ist dagegen von 52 auf 41% gesunken.

    Eine Trendberechnung ist aus den zugrunde gelegten Daten der Inventuren aufgrund der großen Abstände zwischen den einzelnen vier Aufnahmejahren statistisch nicht sinnvoll und wurde daher nicht vorgenommen.

    Angesichts der prognostizierten Auswirkungen des Klimawandels - verändertem Wärme- und Wasserhaushalt sowie häufiger zu erwartenden Witterungsextremen- empfehlen die Klimaanpassungsstrategie für den Wald, das Waldbau- sowie das Wiederbewaldungskonzept für Nordrhein-Westfalen standortgerechte Mischbestände aus überwiegend heimischen Baumarten. Auch einige wissenschaftlich besonders abgesicherte eingeführte Baumarten aus anderen Regionen Deutschlands oder der Erde werden empfohlen, überwiegend als Beimischungen. Die Entwicklung sogenannter Waldentwicklungstypen (idealtypischer standortgerechter Mischbestände) kann zum einen die verstärkte Beimischung von Laubholzarten in bisher reinen Nadelwaldbeständen beinhalten, zum anderen aber auch das Einbringen geeigneter Nadelholzbaumarten wie die Weißtanne oder die Douglasie in bisher reinen Nadelwaldbeständen oder in verschiedenen Mischwaldtypen. Für den Umweltindikator Laub- und Nadelbaumanteil könnte dies weiter eine Verlagerung der Baumartenanteile innerhalb der beiden Gruppen Laub- und Nadelbäume bedeuten.

  • Definition

    Definition

    Der Indikator gibt den prozentualen Flächenanteil der Laub- und Nadelbäume an der Gesamtwaldfläche Nordrhein-Westfalens auf Grundlage der Bundes- bzw. Landeswald- und verdichteten Kohlenstoffinventur an.

  • Datenquellen

    Datenquellen, Berechnung und Einheit

    Die Daten zur Berechnung des Indikators stammen aus den Bundeswaldinventuren 1 und 2 aus den Jahren 1987, 2002 (BWI), der Landeswaldinventur 2014 (LWI) sowie der verdichteten Kohlenstoffinventur (C-Inventur) aus 2017.

    Bei den drei Großrauminventuren BWI,LWI und C-Inventur werden aus systematischen Stichproben mit statistischen Methoden unter anderem die Baumartenverteilung und deren Veränderung für das gesamte Bundesgebiet und die einzelnen Bundesländer hochgerechnet. Seit der ersten bundesweit durchgeführten Waldinventur im Jahr 1987 erfolgten zwei Wiederholungsaufnahmen in den Jahren 2002 und 2012. Das Land Nordrhein-Westfalen hat erstmals das bereits eingerichtete Stichprobennetz der Bundeswaldinventur für eine eigene Landeswaldinventur genutzt und dieses in 2014 auf 2x2 Kilometer verdichtet. So können zusätzlich auch Aussagen für die unterschiedlichen Regionen NRW´s getroffen werden. Darüber hinaus wurde in 2017 die Kohlenstoffinventur auf das BWI-Netz von 4x4 Kilometer verdichtet, um für das gesamte Land Nordrhein-Westfalen bereits nach fünf Jahren statistische Zahlen über den landesweiten Wald zu erhalten. Die Ergebnisse der BWI3 sowie der LWI 2014 sowie der C-Inventur 2017 sind öffentlich unter www.bundeswaldinventur.de in einer Ergebnisdatenbank zugänglich.

Indikatoren zu Natur, Ländliche Räume

Datentabelle Laub-/ Nadelbaumanteil

Anteil in Prozent Laubbäume Nadelbäume
BWI 1 1987 48,0 52,0
BWI 2 2002 51,7 48,3
LWI 2012/2014 57,2 42,8
C-Inventur 2017 58,6 41,4