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Erneuerbare Energien

1) Anteil Erneuerbare Energien am Bruttostromverbrauch und Primärenergieverbrauch in Prozent im Jahr
2) Installierte Leistung Windkraft und Photovoltaik in Megawatt pro Jahr

Stand: 26.05.2026

Der Trend über die letzten 10 Jahre für den Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch ist steigend.

Der Trend über die letzten 10 Jahre für den Anteil der Erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch ist steigend.

Energien aus erneuerbaren Quellen sind emissionsarm und unerschöpflich. So tragen sie zu Klimaschutz und Nachhaltigkeit bei. Von 1990 bis 2023 ist der Anteil der Erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch in Nordrhein-Westfalen von 0,4 % auf 8,6 % gestiegen. Der Anteil am Bruttostromverbrauch nahm von 0,3 % in 1990 auf 22,5 % in 2023 zu. Die Trends über die letzten 10 Jahre sind jeweils steigend. Der Anteil am Bruttostromverbrauch soll auf Bundesebene bis 2030 auf mindestens 80 % wachsen. Nordrhein-Westfalen wird einen substanziellen und überdurchschnittlichen Beitrag zur Erreichung der gesetzlichen Ausbauziele auf Bundesebene leisten.

  • Hintergrund und Bedeutung

    Zu den Erneuerbaren Energien zählen vor allem die Wind- und Solarenergie, sowie die Bioenergie, Wasserkraft und Geothermie. Sie basieren auf natürlichen Prozessen oder nutzen nachwachsende Rohstoffe als Quelle für die Energieumwandlung. Aufgrund ihrer hohen Umweltverträglichkeit und des nachhaltigen Ressourceneinsatzes bilden die Erneuerbaren Energien weltweit das Fundament für die Energiewende und sind auch in Nordrhein-Westfalen eine zentrale Säule zukunftsorientierter Umweltpolitik.

    Hintergrund / Bedeutung - EE Anteil

    Durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien lassen sich fossile Energieträger wie Kohle, Erdgas oder Erdöl zunehmend ersetzen. Deren Verbrennung zur Energieumwandlung lässt Kohlenstoffdioxid und andere klimawirksame Gase entstehen, die in der Atmosphäre die Wärmeabstrahlung der Erde behindern. Die chemischen Verbindungen tragen so wesentlich zur globalen Erwärmung im Rahmen des Klimawandels bei. Fossile Brennstoffe sind darüber hinaus als endliche Ressourcen nur begrenzt verfügbar. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien erhält in Nordrhein-Westfalen besonderes Gewicht: Die Wirtschaftsstruktur des einwohnerreichsten Bundeslandes ist von energieintensiven Betrieben und industrieller Produktion mit hohem Energieeinsatz geprägt. Als Bundesland mit dem höchsten Energieverbrauch kann Nordrhein-Westfalen durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien im Rahmen der Umstellung des landeseigenen Energiesystems einen wichtigen Beitrag zur Erreichung der bundesweiten Energieziele leisten.

  • Ziele

    Ziele - EE Anteil

    Landesziele:

    • Gemäß der Energie- und Wärmestrategie Nordrhein-Westfalen soll möglichst bis 2035 die gesamte Stromerzeugung in Nordrhein-Westfalen weitgehend klimaneutral erfolgen.
    • Deutliche Steigerung des Anteils der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch, um einen substanziellen und überdurchschnittlichen Beitrag zu den Bundeszielen zu leisten

    Bundesziele:

    • Steigerung des Anteils der Erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch auf 50 % bis 2050 (Nationale Nachhaltigkeitsstrategie)
    • Steigerung des Anteils der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch auf mindestens 80 % bis 2030 (Erneuerbaren-Energien-Gesetz 2023)
  • Entwicklung und Interpretation

    Entwicklung und Interpretation - EE Anteil

    Von 1990 bis 2023 ist in Nordrhein-Westfalen der Anteil der Erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch von 0,4 % auf 8,6 % gestiegen. Deutlichere Zuwächse gab es zu Beginn der 2000er-Jahre und erneut ab den späten 2010er-Jahren. Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch stieg vor allem ab dem Jahr 2002 sehr stark an. Diese Entwicklung ist im Wesentlichen auf die im Rahmen des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) aufgestellten Ausbaupfade und -ziele zurückzuführen. Das Gesetz trat am 1. April 2000 in Kraft und wurde seither mehrmals novelliert. Für beide Zeitreihen sind die Trends über die letzten 10 Jahre positiv steigend. Der starke Rückgang des Anteils von Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch im Jahr 2008 ist auf erhebungsmethodische Abweichungen zurückzuführen und aus diesem Grund nur bedingt aussagekräftig. Um sich dem Landes- und Bundesziel bis 2030 anzunähern, sind weiterhin verstärkte Ausbauinitiativen in NRW erforderlich.

  • Methodik und Definition

    Methodik und Definition - EE Anteil

    Der Indikator stellt den Anteil der Erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch sowie am Bruttostromverbrauch in NRW in Prozent dar. Der Primärenergieverbrauch bezeichnet den Energiegehalt aller im Land eingesetzten Energieträger. Er berechnet sich über die Summe der im Inland gewonnenen und gebunkerten Energieträger zuzüglich des Saldos aus Im- und Export von Energieträgern. Der Bruttostromverbrauch setzt sich aus der Nettostromerzeugung, dem Austauschsaldo über die Landesgrenzen, dem Eigenverbrauch der Kraftwerke und den Netzverlusten zusammen. Die jeweiligen Anteile der erneuerbaren Energieträger wird rechnerisch auf Basis der Energiebilanz in NRW vom Landesbetrieb Informatik und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) ermittelt.

  • Datenquellen

    Datenquellen, Berechnung und Einheit - EE Anteil

    • Energiebilanz NRW, IT.NRW
  • Berichtspflichten / Rechtsgrundlagen

  • Stärken des Indikators

  • Schwächen des Indikators

  • Mögliche Weiterentwicklung

Der Trend über die letzten 10 Jahre für die installierte Leistung von Windenergieanlagen ist steigend.

Der Trend über die letzten 10 Jahre für die installierte Leistung von Photovoltaikanlagen ist steigend.

Unter den Erneuerbaren Energien steuern in Nordrhein-Westfalen neben der Bioenergie vor allem die Windenergie an Land und die Photovoltaik, insbesondere auf Dachflächen, die größten Energiemengen bei. Die installierte Leistung der wachsenden Zahl von Windenergieanlagen ist von 368 Megawatt (MW) im Jahr 1999 kontinuierlich auf einen Wert von 9105 Megawatt im Jahr 2025 gestiegen. Die Photovoltaik ergänzte die Statistik erstmals im Jahr 1999 mit einer installierten Leistung von 13 Megawatt. Im Jahr 2025 übertraf ihre installierte Leistung in Nordrhein-Westfalen mit einem Wert von 14.264 Megawatt die der Windenergie. Ziel der Landesregierung ist es, die Photovoltaik und die Windkraft onshore in Summe bis zum Jahr 2030 auf mindestens 34.000 Megawatt installierte Leistung zu steigern.

  • Hintergrund und Bedeutung

    Nicht nur in Nordrhein-Westfalen, sondern in ganz Deutschland zählen die Windenergie und die Photovoltaik zu den Hauptträgern für eine Energiebereitstellung aus regenerativen Quellen. Ihr Ausbau wird dabei von landesspezifischen planungs- und genehmigungsrechtlichen Regularien bestimmt. Der Teilindikator spiegelt so in Ergänzung zum Anteil der Erneuerbaren Energien am Primärenergie- und Bruttostromverbrauch die Handhabungsmöglichkeiten und regionalen Besonderheiten in Nordrhein-Westfalen wider.

    Hintergrund / Bedeutung - EE Kapazität (Wind/Photo)

    Mit seiner bereits hohen Anzahl an installierten Windenergie- und Photovoltaikanlagen lässt NRW im bundesweiten Vergleich den Großteil der anderen Länder hinter sich (Bundesländerranking Wind: Platz 3, Photovoltaik: Platz 3). Die Technologien sind grundsätzlich einfach zu installieren. Sowohl Windenergieanlagen als auch Photovoltaikanlagen auf Dachflächen zeichnen sich durch einen geringeren Platzbedarf als andere Kraftwerkstypen sowie eine hohe Kompatibilität mit anderen Nutzungsinteressen im urbanen und ruralen Raum aus. Gleichzeitig erschweren die genehmigungsrechtlichen Anforderungen einen schnelleren Ausbau insbesondere der Windenergie. Artenschutzfachliche sowie landschaftsästhetische Belange schränken die Gebietskulisse geeigneter Standorte für Windkrafträder aber auch für Freiflächen-Solarenergie ein. Zur Zielerreichung müssen die Anstrengungen gesteigert und nicht genutzte Potenziale ausgeschöpft werden.

  • Ziele

    Ziele - EE Kapazität (Wind/Photo)

    Die Energie- und Wärmestrategie Nordrhein-Westfalen sieht vor, die installierte Leistung der Windenergie an Land auf 13 bis 15 Gigawatt bis zum Jahr 2030 und bis zum Jahr 2045 auf 18 bis 23 Gigawatt zu steigern. Für die Solarenergie wird ein Ausbau auf 21 bis 27 Gigawatt bis zum Jahr 2030 und ein Zielkorridor von 50 bis 65 GW bis 2045 anvisiert. Die installierte Leistung im Bereich Biomasse soll bis zum Jahr 2030 auf 1,5 bis 1,8 Gigawatt steigen. Die Potenziale der Offshore-Windenergie werden durch Direktanschlüsse sukzessive ab den 2030er Jahren erschlossen.

    Bundesziele:

    • Steigerung der installierten Leistung von Windenergieanlagen auf deutschem Festland auf 115 Gigawatt bis 2030 (Erneuerbare-Energien-Gesetz 2023)
    • Steigerung der installierten Leistung von Photovoltaikanlagen in Deutschland auf 215 Gigawatt bis 2030 (Erneuerbare-Energien-Gesetz 2023)
  • Entwicklung und Interpretation

    Entwicklung und Interpretation - EE Kapazität (Wind/Photo)

    Der Ausbau der Windenergie spielt eine zentrale Rolle auf dem Weg zu einer nachhaltigen und klimaneutralen Energieversorgung. Er ist nicht nur ein wesentlicher Baustein für die Erreichung von Klimazielen, sondern auch ein entscheidender Schritt hin zu einem dezentralen und resilienten Versorgungssystem. Durch den verstärkten Einsatz von Windenergie und Solarenergie kann Nordrhein-Westfalen, ebenso wie ganz Deutschland, seine Abhängigkeit von fossilen Energieträgern reduzieren. Dies stärkt nicht nur die Energiesouveränität der Region, sondern leistet auch einen bedeutenden Beitrag zur Unabhängigkeit im internationalen Energiemarkt.

  • Methodik und Definition

    Methodik und Definition - EE Kapazität (Wind/Photo)

    Der Indikator stellt die in NRW installierte Leistung von Windenergieanlagen an Land sowie von Photovoltaikanlagen in Megawatt (MW) dar und beruht auf einer umfangreichen Datenbank des Landesamts für Natur, Umwelt und Klima NRW (LANUK). Diese wird aus unterschiedlichen Quellen, darunter die Bundesnetzagentur, Übertragungsnetzbetreiber sowie interne Datenquellen, gespeist. Die Daten veröffentlicht das LANUV im Fachinformationssystem Energieatlas NRW.

  • Datenquellen

    Datenquellen, Berechnung und Einheit - EE Kapazität (Wind/Photo)

    • Energieatlas NRW, LANUK NRW
  • Berichtspflichten / Rechtsgrundlagen

  • Stärken des Indikators

  • Schwächen des Indikators

  • Mögliche Weiterentwicklung

Klima, Energie, Effizienz

Datentabelle - EE Anteil

  1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023
Erneuerbare Energien am Bruttostromverbrauch 0,3 0,4 0,5 0,5 0,5 0,8 0,7 0,8 1,0 1,1 1,1 1,9 3,3 3,6 4,8 5,7 5,8 6,1 4,7 8,0 7,9 8,9 10,8 10,1 10,5 12,6 12,3 13,7 14,2 16,4 18,3 16,9 18,4 22,5
Erneuerbare Energien am Primärenergieverbrauch 0,4 0,4 0,4 0,4 0,5 0,5 0,5 0,6 0,7 0,9 0,9 1,2 1,2 1,1 2,0 2,7 3,4 3,5 3,6 3,7 3,7 3,8 4,3 4,3 4,1 4,5 4,8 5,1 5,4 5,8 6,6 6,2 7,2 8,6

Datentabelle - EE Kapazität (Wind/Photo)

  1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 2024 2025
Windenergie 1 4 11 21 39 89 135 206 280 352 581 950 1405 1814 2038 2226 2385 2557 2593 2818 2912 3051 3178 3406 3664 3999 4551 5379 5712 5821 6090 6375 6760 7171 7804 9105
Photovoltaik 2 2 3 3 3 4 5 8 11 14 21 35 47 58 126 215 303 427 628 1126 2028 2958 3669 4021 4214 4349 4495 4675 4959 5445 6048 6684 7640 9929 12270 14264