Erneuerbare Energien

Einheit: Anteil in Prozent und Kapazitätsentwicklung in [MW]
Stand: 08.03.2021

Ziel der Landesregierung NRW ist eine deutliche Steigerung, um einen substanziellen Beitrag zum Bundesziel von mindestens 65% Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bis 2030 zu leisten.

Die Landesregierung NRW strebt bei Wind onshore und besonders bei der Photovoltaik bis 2030 ein starkes Wachstum der installierten Leistung an.

Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch lag 2018 bei 5,4%. Die Trendanalyse für den Anteil der Erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch belegt einen positiven Trend.

Zieht man für die Stromversorgung den Bruttostromverbrauch heran, zeigt die Trendanalyse auch hier einen deutlichen Anstieg der Erneuerbaren Energien.

 

Ende 2019 waren 3.708 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 5.937 Megawatt installiert, die Leistung der Photovoltaikanlagen belief sich auf 5.378 Megawatt.

  • Hintergrund / Bedeutung

    Hintergrund / Bedeutung

    Als Erneuerbare Energien werden Energien aus Quellen bezeichnet, die entweder permanent vorhanden sind, sich kurzfristig von selbst erneuern oder deren Nutzung nicht zur Erschöpfung der Quelle beiträgt. Zu den Erneuerbaren Energien zählen beispielsweise Wasserkraft, Windenergie, Solarenergie, Biomasse (incl. Deponie- und Klärgas) und Geothermie. Der Einsatz Erneuerbarer Energien soll den Einsatz fossiler Energieträger und somit den Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase kontinuierlich reduzieren.

    Eine wichtige Kenngröße für den Fortschritt des Ausbaus der Erneuerbaren Energien ist ihr Anteil am Primärenergieverbrauch. Der Primärenergieverbrauch bezeichnet den Energiegehalt aller in einer geografisch abgegrenzten Region eingesetzten Energieträger. Dazu zählen Energieträger wie Stein- und Braunkohle, Erdöl, Erd- und Grubengas, aber auch die Erneuerbaren Energien, Atomenergie sowie Kernenergie, die zur Energiegewinnung oder im nichtenergetischen Verbrauch verwertet werden. Der Primärenergieverbrauch ergibt sich aus der Gewinnung dieser Energieträger in der Region und den Importen abzüglich von Export und Bunkerung.

    Eine weitere geeignete Kenngröße ist der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch. Der Bruttostromverbrauch beschreibt die gesamte Strommenge, die in einer Region verbraucht wird, plus Netzverluste und Eigenverbrauch der Kraftwerke.

    Um planungs- und genehmigungsrechtliche Handhabungsmöglichkeiten und regionale Besonderheiten der Bundesländer (Besiedlungsdichte, Wirtschaftsstruktur) adäquat abbilden zu können, wird die Kapazitätsentwicklung der Erneuerbaren-Energien-Anlagen als zusätzlicher Hilfsindikator für den Fortschritt beim Ausbau der Erneuerbaren Energien dargestellt.

  • Ziele

    Ziele EE

    Die Bundesregierung hat 2002 das Ziel formuliert, bis 2010 einen Anteil der Erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch von 4,2% und bis 2050 von mindestens 50% zu erreichen (Nationale Nachhaltigkeitsstrategie).

    Ebenfalls auf Bundesebene wurde im Energiekonzept der Bundesregierung ein Ausbaupfad für die stromerzeugenden Erneuerbaren Energien festgelegt. So soll beispielsweise bis 2030 die Hälfte und bis 2050 mind. 80% des Bruttostromverbrauchs aus Erneuerbaren Energien kommen. Die amtierende Bundesregierung hat im Koalitionsvertrag als Zwischenziel festgelegt, dass der Anteil der Erneuerbaren Energien bis 2030 auf 65% erhöht werden soll.

    Auch die Landesregierung zielt auf eine deutliche Steigerung des Ausbaus der erneuerbaren Energien in Nordrhein-Westfalen, um einen substanziellen Beitrag zum Bundesziel von mindestens 65% Anteil Erneuerbarer Energien am Bruttostromverbrauch bis 2030 zu leisten. Bis 2050 wird vor dem Hintergrund der bundesdeutschen Zielsetzung, die eine treibhausgasneutrale Stromversorgung für Deutschland bis 2050 vorsieht, ein entsprechend ambitionierter Ausbaupfad verfolgt.

    Die Landesregierung NRW strebt bei Wind onshore und besonders bei der Photovoltaik bis 2030 ein starkes Wachstum der installierten Leistung an. Gegenüber Anfang 2018 hält sie bis 2030 beim Wind und der Photovoltaik mehr als eine Verdoppelung der installierten Leistung für möglich (von 5,4 GW Wind auf 10,5 GW und bei der Photovoltaik von 4,6 GW auf 11,5 GW). Dabei haben sich beim Ausbau in den letzten Jahren immer wieder Schwankungen gezeigt, so dass auch in Zukunft nicht von einer linearen Entwicklung ausgegangen werden kann.

  • Trendanalyse

    Trend (lang)

    Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch lag 2018 bei 5,4%. Die Trendanalyse für den Anteil der Erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch belegt einen positiven Trend. Der Einsatz der Erneuerbaren Energien ist seit 1990 auf mehr als das Zehnfache gestiegen. Im Bereich der Stromversorgung steuert die Windenergie den größten Anteil bei.

    Zieht man für die Stromversorgung den Bruttostromverbrauch heran, zeigt die Trendanalyse auch hier einen deutlichen Anstieg der Erneuerbaren Energien. Während im Jahr 2000 nur rund 1% des Bruttostromverbrauchs durch Erneuerbare Energien gedeckt wurde, so ist dieser Anteil bis zum Jahr 2018 auf 14,2% gestiegen.

    Ende 2019 waren 3.708 Windenergieanlagen mit einer Leistung von 5.937 Megawatt installiert, die Leistung der Photovoltaikanlagen belief sich auf 5.378 Megawatt.

    Der Einsatz Erneuerbarer Energien entwickelt sich insgesamt positiv. Zur Zielerreichung müssen die Anstrengungen jedoch noch gesteigert werden, indem nicht genutzte Potenziale der Erneuerbaren Energien ausgeschöpft werden.

  • Definition

    Definition

    Der Indikator zu den Erneuerbaren Energien setzt sich aus zwei Teilindikatoren zusammen:

    1. Anteil der Erneuerbaren Energien am Primärenergieverbrauch und am Bruttostromverbrauch
    2. Kapazitätsentwicklung bei der Windenergie onshore und der Photovoltaik
  • Datenquellen

    Datenquellen, Berechnung und Einheit

    Die Daten zum Teilindikator 1 werden auf der Basis der Energiebilanz in NRW im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Bauen, Wohnen und Verkehr NRW jährlich vom Landesbetrieb Informatik und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) berechnet. Als Einheit wird der jeweilige Anteil in Prozent am Primärenergie- und Bruttostromverbrauch angegeben. Die Energiebilanz wird zeitverzögert von IT.NRW veröffentlicht. Die Zeitreihe liegt darum nur bis 2017 vor.

    Für den zweiten Teilindikator werden Daten vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) genutzt. Das LANUV pflegt im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie NRW eine umfangreiche Datenbank zu den Erneuerbaren Energien, die aus unterschiedlichen Quellen (u.a. Bundesnetzagentur, Übertragungsnetzbetreiber, LANUV-eigene Datenquellen etc.) gespeist wird. Die Daten veröffentlicht das LANUV im Fachinformationssystem Energieatlas NRW. Als Einheit werden die jährlich installierten Kapazitäten für Wind und PV in Megawatt angegeben.

Indikatoren zu Klima, Energie und Effizienz

Datentabelle

Anteil in Prozent 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Erneuerbare Energien am Primärenergieverbrauch 0,4 0,4 0,4 0,4 0,5 0,5 0,5 0,6 0,7 0,9 0,9 1,2 1,2 1,1 2,0 2,7 3,4 3,5 3,6 3,7 3,7 3,8 4,3 4,3 4,1 4,5 4,8 5,1 5,4
Erneuerbare Energien am Bruttostromverbrauch 0,3 0,4 0,5 0,5 0,5 0,8 0,7 0,8 1,0 1,1 1,1 1,9 3,3 3,6 4,8 5,8 5,8 6,1 4,7 8,0 7,9 8,9 9,7 10,6 10,6 12,7 12,3 13,7 14,2

Datentabelle EE Installierte Leistung

  1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
Windenergie 40 43 50 62 87 133 184 253 321 398 618 989 1415 1841 2098 2286 2450 2632 2663 2878 2966 3116 3266 3472 3724 4083 4626 5465 5815 5937
Photovoltaik     1 1 1 2 4 6 9 13 20 35 47 58 125 211 298 422 624 1127 2034 2958 3669 4015 4168 4294 4431 4620 4899 5378