Feinstaubkonzentration im städtischen Hintergrund

Einheit: Jahresmittelwert Mikrogramm PM10 und PM2.5 pro Kubikmeter
Stand: 16.03.2021

Ziel PM10

Ziel der Landesregierung ist es, gemäß den Richtwerten der Weltgesundheitsorganisation WHO, die PM10-Feinstaubkonzentration auf unter 20 Mikrogramm pro Kubikmeter zu halten – was im städtischen Hintergrund seit 2014 gelingt.

Ziel PM2,5

Die durchschnittlichen Jahresmittelwerte der Immissionskonzentrationen von PM2,5 im städtischen Hintergrund sollen langfristig kleiner 10 µg/m³ gehalten werden. Dieses Ziel orientiert sich am Luftgüterichtwert (Air Quality Guidelines) der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Der Trend der Feinstaubkonzentration (PM10) im städtischen Hintergrund ist über die letzten 10 Jahre fallend.

Der Trend der Feinstaubkonzentration (PM2.5) im städtischen Hintergrund ist über die letzten 10 Jahre fallend.

  • Hintergrund / Bedeutung

    Hintergrund / Bedeutung

    Staub kann sowohl aus natürlichen Quellen stammen als auch durch den Menschen erzeugt und verbreitet werden. Wesentliche Emittenten sind Industrie, Feststofffeuerungen und der Kfz-Verkehr. Staub kann, abhängig von der Konzentration, der Größe der Partikel und der ihm anhaftenden Stoffe, gesundheitsgefährdend sein. Von besonderer Bedeutung für die Gesundheit ist Feinstaub, weil Partikel dieser Größe vom Menschen eingeatmet und in die tieferen Atemwege transportiert werden können.

    Als Feinstaub (PM10) bezeichnet man alle im Gesamtstaub enthaltenen Partikel, deren aerodynamischer Durchmesser kleiner als 10 µm (10 Millionstel Meter) ist; als Feinstaub (PM2.5) entsprechend alle im Gesamtstaub enthaltenen Partikel, deren aerodynamischer Durchmesser kleiner als 2,5 µm ist. Feinstaub gilt auch deshalb als besonders gefährlich, weil den Staubpartikeln häufig gesundheitsgefährdende Stoffe, wie Schwermetalle oder krebserzeugende polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, anhaften können. Untersuchungen weisen auf einen Zusammenhang zwischen der Häufigkeit bestimmter Atemwegserkrankungen, erhöhter Sterblichkeit sowie Krankheiten des Herz-Kreislauf-Systems auf der einen Seite und der Feinstaubbelastung auf der anderen Seite hin.

    Ein Schwellenwert für Feinstaub, bei dessen Unterschreitung keine gesundheitsschädlichen Wirkungen mehr auftreten, konnte bis heute nicht ermittelt werden. Deshalb sind alle Möglichkeiten zur Belastungsreduzierung auszuschöpfen, denn sie bringen einen Gewinn für die Gesundheit.

    EU-weit gelten Grenzwerte für PM10 und PM2.5 zum Schutz der menschlichen Gesundheit, diese sind in der EU-Richtlinie über Luftqualität und saubere Luft in Europa (2008/50/EG) festgelegt und wurden in der 39. Bundes-Immissionsschutzverordnung (BImSchV) in deutsches Recht umgesetzt.

    Luftqualitätsstandards für PM10 sind:

    • Grenzwert von 40 µg/m3 im Jahresmittel
    • zusätzlich ein Tagesmittelwert von 50 µg/m3, der maximal an 35 Tagen im Jahr (10% der Tage eines Jahres) überschritten werden darf

    Luftqualitätsstandards für PM2.5 sind:

    • Grenzwert: 25 µg/m3 als Jahresmittelwert
    • Indikator für die durchschnittliche PM2.5 - Exposition (AEI, average exposure indicator); Indikator, der als Mittelwert über 3 Jahre aus den einzelnen PM2,5-Jahresmittelwerten ausgewählter Messstationen im städtischen Hintergrund auf nationaler Ebene berechnet wird (Berechnung für Deutschland durch Umweltbundesamt (UBA))
  • Ziele

    Ziele

    Ziel der Landesregierung ist es, gemäß den Richtwerten der Weltgesundheitsorganisation WHO, die PM10-Feinstaubkonzentration auf unter 20 Mikrogramm pro Kubikmeter zu halten – was im städtischen Hintergrund seit 2014 gelingt.

    Die durchschnittlichen Jahresmittelwerte der Immissionskonzentrationen von PM2,5 im städtischen Hintergrund sollen langfristig kleiner 10 µg/m³ eingehalten werden. Diese Ziele orientieren sich an den Luftgüterichtwerten (Air Quality Guidelines) der Weltgesundheitsorganisation (WHO).

  • Trendanalyse

    Trend (lang)

    Die PM10-Werte zeigen, dass die langfristige mittlere städtische Hintergrund­belastung mit zuletzt 15 µg/m³ im Jahr 2020 deutlich niedriger liegt als der EU-Jahresgrenzwert von 40 µg/m³. Auch bei den PM2,5-Werten liegt die langfristige mittlere städtische Hintergrundbelastung mit zuletzt 10 µg/m³ deutlich niedriger als der EU-Jahresgrenzwert von 25 µg/m³. Hierfür haben wesentliche Verbesserungen in der Abgastechnik von Industrieanlagen und bei Fahrzeugen (insbesondere die Partikelfilter) sowie die konsequente Umsetzung von Maßnahmen der Luftreinhalteplanung beigetragen.

  • Definition

    Definition

    PM10

    Der Indikator zeigt die langfristige Entwicklung der städtischen Hintergrundbelastung durch Feinstaub PM10 und wird aus den Jahresmitteln der Feinstaubbelastung in städtischen Wohngebieten gebildet. Da ausschließlich Hintergrundmessstationen ohne direkte Einwirkung der Emissionen von Kraftfahrzeugen und bestimmter industrieller Emittenten berücksichtigt werden, ist der Indikator sehr gut zur Charakterisierung der durchschnittlichen Exposition der Bevölkerung geeignet.

    PM2.5

    Der Indikator zeigt die langfristige Entwicklung der städtischen Hintergrundbelastung durch Feinstaub PM2,5 und wird aus den Jahresmitteln der Feinstaubbelastung in städtischen Wohngebieten gebildet. Da ausschließlich Hintergrundmessstationen ohne direkte Einwirkung der Emissionen von Kraftfahrzeugen und bestimmter industrieller Emittenten berücksichtigt werden, ist der Indikator sehr gut zur Charakterisierung der durchschnittlichen Exposition der Bevölkerung geeignet.

  • Datenquellen

    Datenquellen, Berechnung und Einheit

    PM10

    Die städtische Hintergrundbelastung wird in NRW gemäß der europäischen Luftqualitätsrichtlinie durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) überwacht. In die Berechnung des Indikators fließen die Ergebnisse von in der Regel 25 Messstationen (Stand 2020) des landesweiten Luftqualitätsüberwachungsnetzes ein. Der Indikator ist der Mittelwert von allen an diesen Stationen gemessenen Jahresmittelwerten.

    Folgende Messstationen wurden zur Ermittlung verwandt:

    Aachen-BurtscheidDüsseldorf-LörickLeverkusen-ManfortSoest-Ost
    Bielefeld-OstEssen-VogelheimLünen-NiederadenSolingen-Wald
    Bonn-AuerbergGelsenkirchen-BismarkMönchengladbach-RheydtWuppertal-Langerfeld
    Borken-GemenHattingen-BlankensteinMülheim-Styrum 
    Datteln-HagemKöln-ChorweilerMünster-Geist 
    Dortmund-EvingKöln-RodenkirchenRatingen-Tiefenbroich 
    Duisburg-BuchholzKrefeld-LinnSchwerte 

     

    PM2.5

    Die städtische Hintergrundbelastung wird in NRW gemäß der europäischen Luftqualitätsrichtlinie durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) überwacht. In die Berechnung des Indikators fließen die Ergebnisse von 9 Messstationen des landesweiten Luftqualitätsüberwachungsnetzes ein (AEI-Messstationen = Ergebnisse werden vom UBA für die Berechnung des nationalen AEI genutzt). Der Indikator ist der Mittelwert von allen an diesen Stationen gemessenen Jahresmittelwerten.

    Folgende Messstationen wurden zur Ermittlung verwandt:

    Aachen-BurtscheidDüsseldorf-LörickMülheim-StyrumBielefeld-Ost
    Essen-VogelheimMünster-GeistDortmund-EvingKöln-Chorweiler
    Wuppertal-Langerfeld   

     

Indikatoren zu Umwelt und Gesundheit

Datentabelle PM10 / PM2.5 zusammen (vorbereitet)

Jahresmittelwert Mikrogramm pro Kubikmeter 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020
PM10 27 24 23 25 24 22 23 23 23 21 21 19 18 17 17 18 16 15
PM2.5           17 18 18 18 15 16 15 13 13 13 13 9 10