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Naturschutzflächen

Anteil an der Landesfläche in Prozent im Jahr
Stand: 04.09.2023

Der Trend über die letzten 10 Jahre ist steigend.

Zur Erhaltung der Artenvielfalt und zum Schutz von Lebensräumen leisten Naturschutzflächen einen wesentlichen Beitrag. Ihr Anteil an der Landesfläche ist in den letzten 100 Jahren auf 8,81 % gewachsen. Besonders deutlich waren die Anstiege ab den 1990er-Jahren und nach 2004. Dies ist vor allem auf die Umsetzung der europäischen FFH-Richtlinie zurückzuführen. Die Flächenkulisse in Nordrhein-Westfalen umfasst zahlreiche Naturschutzgebiete nach dem Bundesnaturschutzgesetz, den Nationalpark Eifel sowie Wildnisentwicklungsgebiete. Ziel der Biodiversitätsstrategie Nordrhein-Westfalens und Forderung des Landesnaturschutzgesetzes ist es, den Biotopverbund auf 15 % der Landesfläche auszuweiten, wovon die Naturschutzflächen einen wesentlichen Anteil darstellen.

  • Hintergrund und Bedeutung

    Die Vielfalt von Natur und Landschaft in Nordrhein-Westfalen erfordert differenzierte Schutzziele und -maßnahmen. Dem Schutzgebietssystem kommt dabei eine zentrale Rolle zu. Es hat zum Ziel, neben dem Schutz der naturraumtypischen Eigenart der Landschaft auch den europäischen Verpflichtungen zum Schutz der europaweit bedeutsamen Arten und Lebensräume nachzukommen, die innerhalb Nordrhein-Westfalens vorkommen und für deren Erhaltung das Land eine besondere Verantwortung trägt.

    Hintergrund / Bedeutung - Naturschutzflächen

    Menschliche Aktivitäten sowie Umwelt- und Klimaveränderungen gefährden Arten und ihre Lebensräume zunehmend: Die Emission von Schadstoffen wirkt sich negativ auf Boden-, Luft- und Wasserqualitäten aus, der Strukturreichtum in der Agrarlandschaft geht durch die Intensivierung der Landwirtschaft mit Monokulturen auf immer größeren Parzellen verloren, Versiegelung und der Verkehrswegebau schmälern Lebensräume und trennen Populationen. Mithilfe von Schutzgebieten und der Ausdehnung des landesweiten Biotopverbunds werden Flächen langfristig für den Arten- und Biotopschutz gesichert, funktionsfähige ökologische Wechselbeziehungen bewahrt sowie die Vernetzung der Populationen gewährleistet.

    Sowohl auf europäischer, als auch auf Landes- und Bundesebene bestehen darum mit Richtlinien wie der FFH-Richtlinie oder Gesetzen rechtliche Verpflichtungen zur Schaffung und zur Erweiterung von Naturschutzflächen und des Biotopverbunds.

  • Ziele

    Ziele - Naturschutzflächen

    Landesziele:

    • Festsetzung eines Netzes räumlich oder funktional verbundener Biotope (Biotopverbund), das 15 % der Landesfläche umfasst (Biodiversitätsstrategie, Landesnaturschutzgesetz NRW), wovon die Naturschutzflächen einen wesentlichen Anteil darstellen.

    Bundesziele:

    • Schaffung eines Netzes verbundener Biotope (Biotopverbund), das mindestens 10 % der Fläche eines jeden Landes umfassen soll. (Bundesnaturschutzgesetz)
  • Entwicklung und Interpretation

    Entwicklung und Interpretation - Naturschutzflächen

    Im Jahr 2022 entfielen 8,81 % der nordrhein-westfälischen Landesfläche auf Naturschutzflächen. Der Anteil ist seit 1920 kontinuierlich gestiegen. Die deutliche Zunahme der streng geschützten Gebiete ab den 1990er-Jahren und insbesondere ab 2004 lässt sich vor allem auf die Umsetzung der europäischen FFH-Richtlinie und die damit verbundene Ausweisung von FFH-Gebieten zurückführen. Seither ist das Netz der Natura 2000-Schutzgebiete in NRW gewachsen. Mit dem weitgehenden Abschluss der Gebietsmeldungen von FFH-Gebieten hat sich der Trend der vergangenen Jahre aber mittlerweile abgeflacht. In den nächsten Jahren sind die bestehenden Schutzgebiete qualitativ zu verbessern, so dass sie gemäß den Schutzzielen mit ihren naturraumtypischen Lebensräumen und Arten zur Erhaltung der biologischen Vielfalt beitragen können, und weitere Gebiete auszuweisen, um die Bundes- und Landesziele zu erreichen.

  • Methodik und Definition

    Methodik und Definition - Naturschutzflächen

    Der Indikator zeigt für NRW den Flächenanteil der bundeseinheitlich naturschutzrechtlich streng geschützten Gebiete an der Landesfläche in Prozent. Hierzu zählen Naturschutzgebiete gemäß § 23 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG), Nationalparke und Nationale Naturmonumente gemäß § 24 BNatSchG in Verbindung mit § 36 Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG NRW) und Wildnisentwicklungsgebiete gemäß § 40 Landesnaturschutzgesetz (LNatSchG NRW). Mehrfach geschützte Flächenanteile werden nur einmal gezählt. Die Abgrenzungen der Naturschutzgebiete werden auf der Grundlage von topographischen Karten im Maßstab 1 zu 5.000 digital erfasst. Die Aktualisierung der Daten erfolgt kontinuierlich, die Auswertung für den Indikator jährlich.

  • Datenquellen

    Datenquellen, Berechnung und Einheit - Naturschutzflächen

    • Digitale Verzeichnisse der Schutzgebiete in der Landschaftsinformationssammlung NRW (LINFOS)
  • Berichtspflichten / Rechtsgrundlagen

  • Stärken des Indikators

  • Schwächen des Indikators

  • Mögliche Weiterentwicklung

Natur, Ländliche Räume

Datentabelle - Naturschutzflächen - lange Zeitreihe

  1920 1921 1922 1923 1924 1925 1926 1927 1928 1929 1930 1931 1932 1933 1934 1935 1936 1937 1938 1939 1940 1941 1942 1943 1944 1945 1946 1947 1948 1949 1950 1951 1952 1953 1954 1955 1956 1957 1958 1959 1960 1961 1962 1963 1964 1965 1966 1967 1968 1969 1970 1971 1972 1973 1974 1975 1976 1977 1978 1979 1980 1981 1982 1983 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022
Naturschutzflächen 0,00 0,01 0,15 0,15 0,15 0,15 0,15 0,15 0,15 0,15 0,23 0,23 0,24 0,24 0,24 0,24 0,31 0,33 0,36 0,38 0,43 0,48 0,51 0,52 0,52 0,52 0,52 0,52 0,52 0,54 0,55 0,56 0,57 0,61 0,62 0,64 0,67 0,69 0,69 0,70 0,71 0,73 0,74 0,75 0,76 0,77 0,77 0,78 0,84 0,86 0,89 0,90 0,90 0,90 0,92 0,93 0,94 0,94 0,96 1,04 1,07 1,41 1,53 1,69 1,74 1,86 2,02 2,17 2,45 2,71 2,88 3,22 3,47 3,70 3,87 4,03 4,16 4,44 4,56 4,71 4,88 5,10 5,44 5,70 6,51 7,03 7,34 7,54 7,56 7,73 7,85 7,90 7,90 8,00 8,04 8,10 8,30 8,40 8,40 8,46 8,41 8,71 8,81