Primär- und Endenergieverbrauch

Einheit: Energie in Petajoule pro Jahr
Stand: 10.05.2021

Auch in NRW sollen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen die Ressourcen- und Energieeffizienz gesteigert und Energie eingespart werden (Klimaschutzgesetz NRW).

Der Primärenergieverbrauch lag 2018 bei 3.729 Petajoule. Die Trendanalyse zeigt in dem ausgewerteten Zeitraum von 2009 bis 2018 einen fallenden Verlauf.

Der Endenergieverbrauch lag 2018 bei 2.119 Petajoule. Für den Zeitraum von 2009 bis 2018 ist ein konstanter Trend zu beobachten.

  • Hintergrund / Bedeutung

    Hintergrund / Bedeutung

    Die Senkung des Primär- und Endenergieverbrauchs ist ein wichtiger Schritt zur Reduktion des Ressourcenverbrauchs und der Treibhausgasemissionen im Energiesektor. Eine Verringerung des Endenergieverbrauchs ist hauptsächlich durch Energieeinsparung, Effizienzmaßnahmen, technologische Entwicklungen und durch ein verändertes Verhalten der Nutzer (bspw. eine Veränderung des Mobilitätsverhaltens) möglich.

    Unter Primärenergie wird die Energie verstanden, die in freier oder gebundener Form in den ursprünglichen Energieträgern (Kohle, Erdöl etc.) vorliegt. Der Primärenergieverbrauch bezeichnet den Energiegehalt aller in einem geografisch abgegrenzten Gebiet eingesetzten Energieträger. Dazu zählen alle Energieträger wie Stein- und Braunkohle, Erdöl, Erd- und Grubengas, aber auch die Erneuerbaren Energien sowie Atomenergie, die zur Energiegewinnung und für den nichtenergetischen Verbrauch verwertet werden. Der Primärenergieverbrauch ergibt sich aus der Summe der Gewinnung der Energieträger im Land und den Importen von Energieträgern, abzüglich der Exporte und Bunkerung.

    Die Endenergie bezeichnet den Teil der ursprünglich eingesetzten Primärenergie, der nach Umwandlung und Transport und Abzug der Energieträger, die in den nichtenergetischen Verbrauch gehen, den Hausanschluss des Endverbrauchers passiert. In die Berechnung gehen die Verbrauchergruppen „Industrie“, „Haushalte“, „Gewerbe, Handel, Dienstleistungen“ und „Verkehr“ ein. Endenergie kann als Primär- oder Sekundärenergieträger vorliegen und vor Ort in Strom, Wärme und Bewegung umgewandelt, oder in unmittelbar gebrauchsfähiger Energie in Form von bspw. Strom oder Fernwärme an den Endverbraucher geliefert werden.

  • Ziele

    Ziele PEV/EEV

    2007 haben sich die Mitgliedstaaten der EU darauf geeinigt, den Primärenergieverbrauch bis 2020 um 20% zu reduzieren. In der 2012 veröffentlichten EU-Richtlinie zur Energieeffizienz ist für 2020 zudem ein Festbetrag von 1.474 Mio. t Rohöleinheiten (RÖE) für den Primärenergieverbrauch angegeben, den die Mitgliedstaaten gemeinsam nicht überschreiten dürfen.

    In Deutschland soll der Primärenergieverbrauch gemäß dem Energiekonzept der Bundesregierung bis 2020 um 20% gegenüber 2008 und bis 2050 um 50% sinken.

    Auch in NRW sollen zur Verringerung der Treibhausgasemissionen die Ressourcen- und Energieeffizienz gesteigert und Energie eingespart werden (Klimaschutzgesetz NRW).

  • Trendanalyse

    Trend (lang)

    Der Primärenergieverbrauch lag 2018 bei 3.729 Petajoule. Die Trendanalyse zeigt in dem ausgewerteten Zeitraum von 2009 bis 2018 einen fallenden Verlauf.

    Der Endenergieverbrauch lag 2018 bei 2.119Petajoule. Für den Zeitraum von 2009 bis 2018 ist ein konstanter Trend zu beobachten.

    Vor dem Hintergrund eines gestiegenen Energiebedarfs der Verbraucher und einem seit 2008 kontinuierlich ansteigendem Verkehrsaufkommen sowie der landesspezifischen Wirtschaftsstruktur mit energieintensiven Industrien, deutet der konstante Trend beim Endenergieverbrauch auf Effizienzsteigerungen durch technologische Entwicklungen hin. Der deutliche Einbruch zwischen 2008 und 2009 bildet die globale Wirtschaftskrise ab. In der Folge ist 2009 in erster Linie der Endenergieverbrauch des Sektors Industrie zurückgegangen. Der Primärenergieverbrauch ist im gleichen Zeitraum gefallen. Dies kann ein Hinweis darauf sein, dass sich der nichtenergetische Verbrauch von Energierohstoffen in den letzten 10 Jahren verringert hat.

  • Definition

    Definition

    Der Primärenergieverbrauch (PEV) bezeichnet den Energiegehalt aller in einem geografisch abgegrenzten Gebiet eingesetzten Energieträger.  Er gibt Auskunft über den Verbrauch aller Ressourcen in einer Region und ist ein Indikator für die Verursachung von klimaschädlichen Treibhausgasemissionen.

    Der Endenergieverbrauch (EEV) gibt Auskunft über den Energieverbrauch in den Verbrauchergruppen „Industrie“, „Haushalte“, „Gewerbe, Handel, Dienstleistungen“ und „Verkehr“.

  • Datenquellen

    Datenquellen, Berechnung und Einheit

    Die o.g. Größen werden auf der Basis der Energiebilanz NRW im Auftrag des Ministeriums für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie NRW jährlich vom Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) berechnet. Die Angaben über den Endenergieverbrauch beruhen im Allgemeinen auf Statistiken über die Lieferungen an diese Verbrauchergruppen. Sowohl der Primär- als auch der Endenergieverbrauch werden in Petajoule/Jahr (PJ/Jahr) angegeben.

Indikatoren zu Klima, Energie und Effizienz

Datentabelle PEV

Petajoule pro Jahr 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018
Primärergieverbrauch 3968 4087 4081 4030 4011 4092 4186 4096 4054 3902 3955 3963 4127 4366 4050 4028 4085 4279 4174 4203 4412 4253 4199 4194 4278 4221 4037 3963 3729
Endenergieverbrauch 2293 2373 2372 2339 2300 2371 2449 2432 2394 2318 2309 2308 2238 2190 2223 2194 2265 2222 2350 2082 2229 2097 2075 2088 2034 2019 2069 2026 2119