Waldzustand - Kronenverlichtung aller Baumarten

Einheit: Fläche [%]
Stand: 04.02.2020

Ziel ist es, den Waldanteil in NRW auch in den schwierigen Zeiten des Klimawandels stabil zu halten und möglichst noch auszubauen. Darüber hinaus soll durch klimaplastischen Waldumbau die Klimafitness unserer Wälder erhöht werden.

Die Vitalität der Waldbäume ist gut am Kronenzustand abzulesen. Im Jahr 2019 gab es mit 19% aller Waldbäume ohne Kronenverlichtung einen Tiefpunkt, der vor allem der extremen Witterung der letzten 2 Jahre geschuldet ist.

  • Hintergrund / Bedeutung

    Hintergrund / Bedeutung

    Der Zustand der Wälder wird durch eine Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Dazu gehören u.a. Witterungsextreme, biotische Schaderreger sowie Schadstoffeinträge (Immissionen). Aber auch andere Faktoren, wie Auswirkungen des Klimawandels auf den Waldzustand, gewinnen an Bedeutung. Die Auswirkungen der Faktoren sind zeitlich und räumlich unterschiedlich. In den Waldböden haben sich Schadstoffe über einen langen Zeitraum angereichert. Die Prognosen zum Klimawandel deuten auf zukünftig häufigere Witterungsextreme hin. Die Schädigungen führen u.a. zu verringerter Nadel- bzw. Blattmasse und oftmals zur Vergilbung der Nadeln bzw. Blätter.

    Als Hinweis für die Vitalität von Bäumen dient das Ausmaß von Kronenschäden. Der Kronenzustand ist ein komplexes Phänomen, das die Auswirkungen der oben genannten Stressfaktoren widerspiegelt. Neben externen Faktoren wirken sich jedoch auch baumeigene zyklische Entwicklungsprozesse im Kronenzustand aus. Hierzu zählt beispielsweise die Fruchtbildung, die häufig für zusätzlichen Stress der Bäume verantwortlich ist.

    Im Rahmen jährlicher Waldzustandserhebungen wird in Nordrhein-Westfalen seit 1984 regelmäßig die Kronenverlichtung der Bäume erfasst, ausgewertet und in Waldzustandsberichten dokumentiert. Aufgrund der hohen Kontinuität der Erhebungen ist es möglich, langjährige Trends für einzelne Baumarten zu ermitteln. Gerade mit Blick auf den prognostizierten Klimawandel ist dies ein wichtiges Werkzeug zur langfristigen Beobachtung der Wälder in Nordrhein-Westfalen.

  • Ziele

    Ziele

    Heute bedroht nicht mehr in erster Linie der saure Regen die nordrhein-westfälischen Wälder, wie noch in den 80er und 90er Jahren. Allerding bestehen weiterhin hohe Stickstoffeinträge und die früheren Stoffeinträge in die Waldböden wirken z.T. noch fort. Von zunehmender Bedeutung sind aber vor allem die sich abzeichnenden Wetterextreme und die im Klimawandel langfristigen Veränderung der Wuchsbedingungen und Schadrisiken für die Wälder. Ziel ist es, die Stabilität und die Resilienz der Wälder im Klimawandel zu erhöhen. Dies erfolgt vor allem durch einen Waldumbau hin zu standortgerechten Mischbeständen.

  • Trendanalyse

    Die Vitalität der Waldbäume ist gut am Kronenzustand abzulesen. Im Jahr 2019 gab es mit 19% aller Waldbäume ohne Kronenverlichtung einen Tiefpunkt, der vor allem der extremen Witterung der letzten 2 Jahre geschuldet ist. Die Anteile ohne Kronenverlichtung für die 4 Hauptbaumarten lauten wie folgt: Fichte 22%, Buche 18%, Eiche 12%, und Kiefer 11%. Der Anteil der schwach geschädigten Kronen (11 bis 25% Blattverlust) pendelte sich bei 39% ein. Die 42% mit deutlichen Kronenverlichtungen (mittelstark geschädigt, stark geschädigt oder abgestorben, 26 bis 100% Blattverlust) sind ebenfalls ein Rekordwert. Grundsätzlich bewegen sich die Schäden etwa seit dem Jahr 2000 mit Schwankungen auf einem hohen Schadensniveau.

  • Definition

    Definition

    Der Indikator gibt den Flächenanteil derjenigen Bäume an der Gesamtwaldfläche Nordrhein-Westfalens an, die geringe und deutliche Kronenschäden aufweisen. Deutliche Kronenschäden sind vorhanden, wenn die Bäume mehr als ein Viertel ihrer arttypischen Nadel- bzw. Blattmasse verloren haben oder die Kronen stark vergilbt sind.

  • Datenquellen

    Datenquellen, Berechnung und Einheit

    Die Waldzustandserhebungen werden durch den Landesbetrieb Wald und Holz Nordrhein-Westfalen auf der Grundlage eines regelmäßigen Gitternetzes durchgeführt. Die Maschenweite beträgt in der Regel 4 x 4 km. Dabei werden die Kronen festgelegter Probebäume an den Schnittpunkten des Rasters von geschulten Forst-Fachleuten beurteilt. Mit den Aufnahmen wurde 1984 begonnen. Sie werden alljährlich im Sommer wiederholt.

    In den jährlichen Waldzustandsbericht fließen auch Ergebnisse des forstlichen Umweltmonitorings insgesamt (Level I- und Level II-Monitoring) ein, das vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen federführend durchgeführt wird.

Indikatoren zu Natur und ländlichen Räumen

Schadstufe 2-4 (deutliche Kronenschäden) in Prozent 1984 1985 1986 1987 1988 1989 1990 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 2018 2019
ohne Kronenverlichtung 59 65 60 55 62 61 58,6 59 50 51 50 49 41 46 34 34 35 33 27 29 30 25 29 31 38 32 24 34 27 23 28 28 30 22 19
schwache Kronenverlichtung 31 26 30 29 28 29 29,3 31 34 33 36 37 39 33 43 36 38 43 49 42 45 48 44 44 41 45 43 41 44 41 46 43 45 39 39
deutliche Kronenverlichtung 10 9 10 16 10 10 12,1 11 16 16 14 14 21 21 24 30 27 24 24 29 25 27 27 25 21 23 33 25 29 36 26 29 25 39 42