Treibhausgasemissionen
in Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente pro Jahr
Stand: 16.12.2025
Der Trend der letzten 10 Jahre ist fallend.
Im Jahr 2023 wurden in Nordrhein-Westfalen 187,9 Millionen Tonnen Treibhausgase ausgestoßen. Die Emissionsentwicklung ist durch eine deutlich gesunkene Kohleverstromung in Verbindung mit dem Ausbau Erneuerbarer Energien, eine negative konjunkturelle Entwicklung sowie hohe Energiepreise geprägt. Der vorläufige Wert für 2024 liegt mit 179,0 Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten deutlich darunter. Gründe sind auch in 2024 unter anderem der geringere Einsatz fossiler Energieträger, Produktionsrückgänge und gestiegene Energiepreise. Im Klimaschutzgesetz Nordrhein-Westfalen sind 3 Ziele fixiert: Im Vergleich zu 1990 soll die Reduktion der Treibhausgasemissionen bis 2030 mindestens 65 % und bis 2040 mindestens 88 % betragen. Bis 2045 soll eine bilanzielle Treibhausgasneutralität erreicht sein.
Hintergrund und Bedeutung
Treibhausgase, insbesondere Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O) und fluorierte sowie halogenierte Gase (HFC/PFC/SF6/NF3), behindern in der Atmosphäre die Wärmeabstrahlung der Erde. Die daraus resultierende Temperaturerhöhung ist als Treibhauseffekt bekannt. Dieser natürliche Prozess wird durch die vom Menschen verursachten Emissionen des 20. und 21. Jahrhunderts beeinflusst und beschleunigt. Die Folgen zeigen sich in den Auswirkungen des globalen Klimawandels.
Hintergrund / Bedeutung - THG
Abgebildet sind nach dem quellbasierten Ansatz die Treibhausgasemissionen in Nordrhein-Westfalen (Treibhausgase, die bei der Produktion von Produkten, die im Ausland entstanden sind, aber in Nordrhein-Westfalen konsumiert wurden, werden nicht abgebildet). Der Großteil der Treibhausgase stammt aus fossilen Verbrennungsprozessen in Industrie, Energiewirtschaft, Haushalten und Verkehr. Aber auch in der Landwirtschaft werden durch die Bodenbewirtschaftung und Tierhaltung Treibhausgase freigesetzt. Die Auswirkungen der Treibhausgase in der Atmosphäre betreffen die gesamte Umwelt: Ein verändertes Temperatur- und Niederschlagsregime nimmt Einfluss auf Wasser- und Stoffkreisläufe, es kommt zu häufigeren, intensiveren Extremwetterereignissen, Lebensräume und Ökosysteme verändern sich und mit ihnen die Artenzusammensetzung. Auch die menschliche Gesundheit kann unter anderem durch Hitze oder Niederschlagsextreme beeinträchtigt werden. Im Sinne des Klimaschutzes ist die weitere konsequente Senkung der Emissionen erforderlich.
Ziele
Ziele - THG
Landesziele:
- Senkung der Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 65 % im Vergleich zu 1990 (Klimaschutzgesetz NRW)
- Senkung der Treibhausgasemissionen bis 2040 um mindestens 88 % im Vergleich zu 1990 (Klimaschutzgesetz NRW)
- Netto-Treibhausgasneutralität bis 2045 (Klimaschutzgesetz NRW)
Bundesziele:
- Senkung der Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 65 % im Vergleich zu 1990 (Bundes-Klimaschutzgesetz)
- Senkung der Treibhausgasemissionen bis 2040 um mindestens 88 % im Vergleich zu 1990 (Bundes-Klimaschutzgesetz)
- Netto-Treibhausgasneutralität bis 2045 (Bundes-Klimaschutzgesetz)
- Negative Treibhausgasemissionen ab 2050 (Bundes-Klimaschutzgesetz)
EU-Ziele:
- Senkung der Treibhausgasemissionen bis 2030 um mindestens 55 % im Vergleich zu 1990 (EU-Klimagesetz)
- Netto-Treibhausgasneutralität bis 2050 (EU-Klimagesetz)
Entwicklung und Interpretation
Entwicklung und Interpretation - THG
Die Treibhausgasemissionen in NRW lagen 2023 etwa 49 % und 2024 (vorläufiger Wert) rund 51 % niedriger als 1990. Damit zeichnet sich nach dem Emissionsanstieg der vergangenen Jahre ein rückläufiger Trend ab.
Die Substitution fossiler Brennstoffe durch erneuerbare Energien führt im Energie-Sektor zu deutlichen Emissionsminderungen. Der Strukturwandel sowie jüngst negative Konjunktureffekte beeinflussen diesen Trend in der Industrie zusätzlich. Emissionen aus Produktanwendungen sinken technologiebedingt. Im Verkehr führen seit 1990 strengere Grenzwerte und effizientere Motoren zu leichten Emissions-Minderungen, die jedoch infolge höherer Fahrleistungen eine Stagnation erfahren. Minderungen im Bereich Haushalte und Kleinverbrauch sind auf Witterungseffekte sowie Einsparbemühungen der Verbraucher zurückzuführen. Die Emissionen der Landwirtschaft sinken in Folge abnehmender Tierzahlen. Nähere Informationen erhalten Sie hier.
Methodik und Definition
Methodik und Definition - THG
Der Berechnung des Indikators liegen Emissionsdaten zu verschiedenen Treibhausgasen zugrunde (CO2, CH4, N2O, SF3, NF3, Fluorkohlenwasserstoffe, Perfluorkohlenwasserstoffe). Die Emissionen werden aus der Emissionsberichterstattung übernommen oder anhand von Aktivitätsraten (zum Beispiel verarbeitete Kohlemenge oder gefahrene Kilometer) und Emissionsfaktoren (zum Beispiel CO2-Ausstoß pro verarbeiteter Tonne Kohle oder gefahrenem Kilometer) berechnet. Dabei gehen die Emissionsmengen der verschiedenen Gase mit individuellen Gewichtungsfaktoren jeweils in Relation zum bekanntesten Treibhausgas CO2 ein, da sie sich in ihrer Klimawirksamkeit unterscheiden. Der Indikator stellt nach diesen Berechnungen die gesamte Menge der Treibhausgasemissionen in NRW in Millionen Tonnen CO2-Äquivalenten dar.
Datenquellen
Datenquellen, Berechnung und Einheit - THG
- Nationaler Inventarbericht (NIR) zum deutschen Treibhausgasinventar, UBA
- Emissionsberichte emissionshandelspflichtiger Anlagen (DEHSt 2025, Richtlinie (EU) 2018/410)
- Emissionserklärungen gem. 11. Bundes-Immissionsschutzverordnung
- Daten zu Landwirtschaft und Landnutzungsänderung, Thünen-Institut
- Berichte aus dem Pollutant Release and Transfer Register (PRTR)
- Statistiken wie Energiebilanzen und Produktionsstatistiken (IT.NRW)
Berichtspflichten / Rechtsgrundlagen
Stärken des Indikators
Schwächen des Indikators
Mögliche Weiterentwicklung
Klima, Energie, Effizienz
Datentabelle - THG
| Millionen Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente | 1990 | 1995 | 2000 | 2005 | 2006 | 2007 | 2008 | 2009 | 2010 | 2011 | 2012 | 2013 | 2014 | 2015 | 2016 | 2017 | 2018 | 2019 | 2020 | 2021 | 2022 | 2023 | 2024 vorl. | |||
| Energiewirtschaft | 159,4 | 164,8 | 159,2 | 174,4 | 179,4 | 185,6 | 176,2 | 157,6 | 167,2 | 166,6 | 168,9 | 170,3 | 160,9 | 150,9 | 150,4 | 138,3 | 130,1 | 102,2 | 80,4 | 91,0 | 97,1 | 72,1 | 64,9 | |||
| Industrie | 94,3 | 80,1 | 70,8 | 62,7 | 63,5 | 62,4 | 60,3 | 47,5 | 57,0 | 55,3 | 53,6 | 54,6 | 54,5 | 54,7 | 54,4 | 54,7 | 54,5 | 51,1 | 54,3 | 58,4 | 54,1 | 51,1 | 50,5 | |||
| Verkehr | 36,2 | 38,3 | 39,8 | 36,7 | 36,1 | 35,1 | 35,0 | 34,5 | 32,6 | 33,0 | 33,1 | 31,9 | 32,2 | 32,3 | 33,4 | 33,7 | 32,7 | 31,4 | 30,0 | 30,2 | 31,7 | 31,6 | 31,3 | |||
| Haushalte/Kleinverbrauch | 37,3 | 43,6 | 40,9 | 35,7 | 37,8 | 29,7 | 37,5 | 34,8 | 33,4 | 28,6 | 28,6 | 32,0 | 29,0 | 29,9 | 30,3 | 31,9 | 28,3 | 28,5 | 26,4 | 26,1 | 24,0 | 22,3 | 21,8 | |||
| Fl. Emissionen aus Brennstoffen | 23,4 | 17,6 | 14,1 | 7,1 | 6,4 | 6,2 | 6,1 | 4,5 | 4,3 | 4,1 | 4,8 | 5,0 | 4,1 | 4,5 | 3,8 | 4,0 | 3,3 | 3,5 | 1,9 | 0,9 | 0,8 | 0,7 | 0,7 | |||
| Produktanwendungen/Sonstige | 3,5 | 4,3 | 3,6 | 3,6 | 3,7 | 3,6 | 3,6 | 3,6 | 3,6 | 3,7 | 3,7 | 3,7 | 3,7 | 3,8 | 3,9 | 3,8 | 4,2 | 4,0 | 3,5 | 3,3 | 3,2 | 2,6 | 2,5 | |||
| Landwirtschaft | 8,1 | 7,3 | 7,0 | 6,9 | 6,6 | 6,7 | 6,8 | 6,9 | 6,9 | 6,9 | 7,1 | 7,3 | 7,4 | 7,4 | 7,4 | 7,4 | 7,3 | 7,2 | 7,1 | 6,9 | 6,8 | 6,7 | 6,6 | |||
| Abfall | 5,2 | 3,9 | 2,6 | 2,1 | 1,8 | 1,5 | 1,3 | 1,3 | 1,2 | 1,1 | 1,1 | 1,0 | 0,9 | 0,9 | 0,8 | 0,9 | 0,8 | 0,7 | 0,7 | 0,7 | 0,7 | 0,7 | 0,7 |




