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Ökologischer Zustand / ökologisches Potenzial oberirdischer Fließgewässer

Anteil in Prozent im Monitoringzyklus
Stand: 14.07.2022

Aufgrund der Kürze der Zeitreihe ist eine Trendberechnung nicht möglich.

Ein mindestens guter ökologischer Zustand oder gutes ökologisches Potenzial sind Voraussetzung, um die vielfältigen Leistungen und ökosystemaren Funktionen oberirdischer Fließgewässer langfristig sicherzustellen. Zwischen 2015 und 2018 erfüllten 10,4% der Fließgewässerkörper Nordrhein-Westfalens die jeweiligen Bedingungen. Der Anteil ist damit im Vergleich zu 9,4% im Zeitraum von 2012 bis 2014 gestiegen. Die Vorgaben der europäischen Wasserrahmenrichtlinie fordern einen guten ökologischen Zustand oder ein gutes ökologisches Potenzial für alle oberirdischen Fließgewässer Europas bis 2027. Dies ist entsprechend auch das Ziel der Landesregierung für die Gewässer Nordrhein-Westfalens.

  • Hintergrund und Bedeutung

    Naturnahe Bäche und Flüsse sind die Lebensadern der Natur. In ihrer Dynamik bilden sie einzigartige und vielfältige Biotope, die einer großen Zahl auch seltener Tier- und Pflanzenarten wertvollen Lebensraum bieten. Darüber hinaus sind angrenzende Habitate in den Uferbereichen und Auen eng an die Gewässerqualität gekoppelt. So werden ein guter ökologischer Zustand oder ein gutes ökologisches Potenzial der Wasserkörper zum Grundpfeiler für die Erhaltung verschiedenster sensibler Ökosysteme.

    Hintergrund / Bedeutung - Fließgewässer

    Vielerorts beeinträchtigen Schad- und Nährstoffeinträge aus Industrie, Landwirtschaft und Haushalten die Wasserqualität. Zusätzlich führte die intensive Bewirtschaftung der Gewässer durch Befestigungs-, Begradigungs-, Stau- oder Ausbaumaßnahmen zu einer sukzessiven Degradation der Gewässerstrukturen. Diese Eingriffe verändern die physikalisch-chemischen Gewässereigenschaften und bewirken einen Wandel der aquatischen Artengemeinschaft. In NRW stehen zahlreiche Gewässer unter besonders starkem Nutzungsdruck: Sie sind „künstlich oder erheblich verändert“, für sie kann daher das Entwicklungsziel nicht der gute ökologische Zustand sein. Stattdessen gilt für sie das ökologische Potenzial als Bewertungsmaßstab. Zukünftig wird sich zunehmend auch der Klimawandel mit häufigeren und intensiveren Extremwetterereignissen wie Starkregen, Hitze- und Trockenperioden auf die Gewässer in NRW auswirken. Die Erreichung der Ziele zum ökologischen Zustand wird durch diese Einflussfaktoren zu einer wachsenden Herausforderung.

  • Ziele

    Ziele - Fließgewässer

    Landes-, Bundes- und europäische Ziele:

    • Erreichung des guten ökologischen Zustands für alle natürlichen Fließgewässer sowie des guten ökologischen Potenzials für alle künstlichen oder erheblich veränderten Gewässer bis 2027 (europäische Wasserrahmenrichtlinie)
  • Entwicklung und Interpretation

    Entwicklung und Interpretation - Fließgewässer

    In NRW erreichen insgesamt 10,4 % aller Fließgewässerwasserkörper den guten oder sehr guten ökologischen Zustand (natürliche Wasserkörper) bzw. das gute oder höchste ökologische Potenzial (künstliche oder erheblich veränderte Wasserkörper).

    Noch immer verhindern die meist schlechten Gewässerstrukturen und eine eingeschränkte Durchgängigkeit, dass typische Artengemeinschaften ihre angestammten Gewässerlebensräume besiedeln können. Nach wie vor stellen auch die Gewässerbelastungen aus Kläranlagen (sowohl Nährstoffe, Hydraulik als auch Mikroschadstoffe) ebenfalls ein Problem bei der Erreichung der Bewirtschaftungsziele dar. Darüber hinaus beeinflusst der Klimawandel in erheblichem Maße die Lebensgrundlagen vieler wassergebundener Arten bis hin zum Verlust der Lebensräume durch zumindest zeitweise Austrocknung. Die Folgen für die Erreichung der Umweltziele sind zurzeit noch nicht endgültig abzusehen, es ist jedoch zumindest mit weiteren Verzögerungen zu rechnen.“

    Es erfordert verstärkten Einsatz, um bis 2027 für alle Fließgewässer den "guten ökologischen Zustand" oder das „gute ökologische Potenzial“ zu erreichen.

  • Methodik und Definition

    Methodik und Definition - Fließgewässer

    Der Indikator gibt den prozentualen Anteil der Fließgewässerkörper, aufgeschlüsselt nach ihrer Kategorie sowie ihrem ökologischen Zustand oder Potenzial, an allen Fließgewässerkörpern in NRW an. Dabei wurden ausschließlich Bäche und Flüsse berücksichtigt, deren Einzugsgebiet größer als 10 km² ist.

    Der ökologische Zustand basiert auf dem spezifischen Artenspektrum mit Zeigerarten und ihren Abundanzen als Spiegel der physikalisch-chemischen und hydromorphologischen Gewässereigenschaften. Für künstliche oder erheblich veränderte Fließgewässer wird unter Berücksichtigung der spezifischen Gewässernutzung das ökologische Potenzial bestimmt. Die Einstufung erfolgt nach den Vorgaben der Wasserrahmenrichtlinie in fünf ökologische Zustandsklassen, darunter Stufen 1 und 2 für „sehr gut“ oder „gut“.

  • Datenquellen

    Datenquellen, Berechnung und Einheit - Fließgewässer

    • Datenbank des Gewässerüberwachungssystems (GÜS-DB) NRW, MULNV
  • Berichtspflichten / Rechtsgrundlagen

  • Stärken des Indikators

  • Schwächen des Indikators

  • Mögliche Weiterentwicklung

Abfall, Boden, Wasser

Datentabelle - Fließgewässer

  2012-2014 2015-2018
Künstliche oder veränderte Wasserkörper, mäßiges, unbefriedigendes oder schlechtes Potenzial 54,6 53,9
Natürliche Wasserkörper, mäßiger, unbefriedigender oder schlechter Zustand 35,9 35,7
Künstliche oder veränderte Wasserkörper, sehr gutes oder gutes Potenzial 0,6 1,6
Natürliche Wasserkörper, sehr guter oder guter Zustand 8,8 8,8